STENO?
Was ist Stenografie?
Geschichte der Kurzschrift
Das System Stolze-Schrey
Andere Systeme

 STENO!
Übungen
Diktate
Lernen und Trainieren

 AKTUELL
Veranstaltungen
Steno in der Presse
Lehrmittel
Übersetzungen

 STENOGRAFEN
Die Schweizer Meisterin
Junge Stenografen

 STENOKONTAKTE
Der Stenografenverband SSV
Der Korrespondenzklub KK
Die Veteranenvereinigung
Interinfo
Aus- und Weiterbildung

 STENOLINKS
Andere Steno-Sites
Links

Suchen bei www.steno.ch

Das Steno-Gästebuch

GESCHICHTE DER KURZSCHRIFT

Geschichte der Kurzschrift

Schon seit der Antike hat der Mensch das Bedürfnis, seinen Alltag, seine Gespräche und vor allem seine Geschichte für die Nachwelt festzuhalten. Neben kunstvollen Zeichnungen entstanden auch Zeichen und Schriften, um diesem Bedürfnis nachzukommen. Bald bemerkte man, dass die geschaffenen Zeichnen wohl kunstvoll waren, aber das gesprochene Wort nicht schnell genug festgehalten werden konnte. Schon bald wurde versucht, mit Kurzschriften, d. h. Stenografie, die mühselige Arbeit zu vereinfachen und damit das Gehörte schneller zu schreiben. Die nachstehenden Beiträge geben einen kleinen Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Stenografie, aber auch über die Verwendung der Stenografie in unserer Zeit.

Vorgeschichte Biografien

Die Stenografie vor 1796 -
Historische Gedankensplitter

Der AkropolissteinRömer, Griechen oder Ägypter? Von den Griechen besitzen wir den Akropolisstein aus dem vierten Jahrhundert vor Christus, der von einer frühen Silbenschrift Kunde gibt, die sicher eine wesentliche Verkürzung der Langschrift war. Doch wir wissen wenig über deren Anwendung und Verbreitung.


Tironische NotenDie römische Stenografie
Die erste Kurzschrift, die wir vollständig kennen und über deren Verwendung wir Genaueres wissen, wird Tironische Noten genannt. Geschaffen hat sie der Geheimschreiber Marcus Tullius Tiro, erst Sklave, dann Freigelassener von Cicero.
Tiro hat, um das gesprochene Wort genau festzuhalten, ein besonderes ABC einfacher Zeichen zusammengestellt. Auch verwendete er häufig wiederkehrende Wörter und Silben, Sonderzeichen und fixe Zeichen. Er brauchte schon die Punktierung und Durchkreuzung, die in unserer Stenografie nach Stolze-Schrey in der Eil- und Redeschrift eine Rolle spielt. Heute sind uns etwa 12000 Tironische Noten bekannt.
Tiro benützte mit Wachs überzogene Holztäfelchen, in das die Zeichen mit einem spitzen Griffel aus Metall oder Elfenbein eingeritzt wurden. Fast unglaublich, dass man damit grosse Geschwindigkeiten erzielen konnte! Einige stenografierte Aufzeichnungen von Reden aus dem antiken römischen Senat sind dank der stenografischen Noten bis heute erhalten geblieben.


Stenografie bis ins 11. Jahrhundert
Latein war die Sprache der Gebildeten, und mit der Sprache wurde die Stenografie auch nach dem Untergang des römischen Weltreiches angewandt. Aus den Kanzleien des Frankenreiches der Merowinger (5. bis 8. Jahrhundert) bewiesen zahlreiche Urkunden mit Vermerken in Kurzschrift, dass die leitenden Beamten sie in glänzender Weise beherrschten. Diese Tradition setzte sich in den karolingischen Kanzleien fort bis ins 11. Jahrhundert.
Erst als das Latein durch die aufkommenden Nationalsprachen zurückgedrängt wurde, geriet die altrömische Parlamentsstenografie in Vergessenheit. Im späteren Mittelalter erlischt die Stenografie ganz. Auch die Kreuzzüge der deutschen Kaiser und die vielen Kriege erstickten zum Teil das wissenschaftliche Interesse. So ist bis ins 15.Jahrhundert von einer Kurzschrift nichts mehr zu hören.

Noch mehr Geschichte?

Patrick Koller hat seine Matuararbeit über die Geschichte der Stenografie geschrieben. Diese Arbeit "Stenografie - Geschichte und Anwendung" (aus dem Jahr 2001) kann zum Selbstkostenbeitrag von CHF 10.- direkt bei Patrick Koller, Witenwisstrasse 39, 9200 Gossau bestellt werden. 

Ein Auszug findet sich sich auf der Homepage vom Stenoverein St. Gallen.

Vorgeschichte Biografien

Wilhelm Stolze
(20.05.1798 - 08.01.1867)

Stolze ist neben Gabelsberger der bedeutendste deutsche Stenografie-Erfinder. Stolze wurde in Berlin als Sohn eines Schuhmachers geboren. Nach der Reifeprüfung war er bei einer Feuerversicherungs-Gesellschaft tätig (1817 - 1835). Daneben betrieb er Sprachstudien und erteilte Unterricht darin.

Seine Vorstudien zur Schaffung eines eigenen Stenografiesystems umfassten alle erlangbaren älteren Systeme sowie die sprachwissenschaftlichen Arbeiten von Grimm und Wilhelm von Humboldt. Die bedeutendste Anregung schöpfte er aus der "Anleitung" von Gabelsberger. 1841 veröffentlichte er sein grundlegendes Werk "Theoretisch-praktisches Lehrbuch der deutschen Stenographie". Hauptgrundsatz war ihm, alle Laute eines Wortes vollständig zu bezeichnen: Der Buchstabe muss den Laut, die Regel den fehlenden Buchstaben vertreten. Gegenüber Gabelsberger vereinfachte er die Anlautvokalisation, neu dabei war die Einführung der Dreizeiligkeit. Stolzes Verdienst war es, den Geist der Genauigkeit, der Regelmässigkeit und der Vollständigkeit in die Kurzschrift eingebracht zu haben. Damit machte er den Weg frei für sichere und leichtere Erlernbarkeit.
Bereits vor der Veröffentlichung seines ersten Lehrbuches hatte Stolze damit begonnen, Unterricht in seinem System zu erteilen. Einflussreiche Schüler setzten sich für das Bekanntwerden seiner Erfindung ein. Mit ihnen gründete er 1844 den Stolzeschen "Stenographischen Verein" zu Berlin, die erste stenografische Vereinigung.

Als Landtagsstenograf war Stolze erstmals 1847 tätig. Kurze Zeit gehörte der dem stenografischen Büro im vereinigten preussischen Landtag an, wirkte mit im sog. Unionsparlament in Erfurt. 1852 wurde er als Leiter des Stenographischen Büros des preussischen Landtages mit festem Gehalt angestellt. Damit hatte sich das System Stolze - ursprünglich nur für die "allgemeinere Verbreitung der Stenografie als Geschäfts- und Correspondenzschrift" geschaffen - auch in der Aufnahme des gesprochenen Wortes bewährt.

Ein Jahr nach dem 25-jährigen Jubelfest des Bestehens des Systems Stolze starb sein Erfinder. Seine Ruhestätte befindet sich auf dem Domfriedhof zu Berlin, Liesenstrasse.


Ferdinand Schrey
(19.07.1850 - 02.10.1938)

Ferdinand Schrey trat unermüdlich für die Kurzschrift ein: als Kurzschriftlehrer, als Praktiker, als Systemtheoretiker, als Führungspersönlichkeit im Verbandswesen, als Autor und Verleger eines umfangreichen stenografischen Schrifttums und vor allem als Erfinder verschiedener Kurzschriftsysteme.

Schrey wurde in Elberfeld geboren. Während seiner Tätigkeit als Banklehrling widmete er sich intensiven Sprachstudien, so dass er anschliessend eine Stelle als Korrespondent für Englisch und Französisch annehmen konnte. Nach dem Krieg 1870/71 folgte eine Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter in Barmen sowie eine Teilhaberschaft bzw. Besitz einer Knopffabrik. bis er 1885 die Agentur für die Hammond-Schreibmaschine übernahm. Als Alleinvertreter dieser Firma gründete er 1891 sein eigenes grosses Schreibmaschinengeschäft in Berlin, mit dem er später seinen stenografischen Verlag verband. Er richtete die erste Ausbildungsstätte für Stenotypisten - eine Bezeichnung, die er selbst geprägt hat - ein.

1874 hatte Schrey das System Gabelsberger erlernt. Seine sog. "Solinger Thesen" (1877) zielten darauf ab, das System Gabelsberger in zwei Stufen aufzuteilen: in eine Korrespondenz- und Redeschrift. Als er damit keinen Erfolg hatte, entwickelte er ein eigenes System. Gemeinsam mit Dr. Johnen, Kurzschrifthistoriker und späterer Senatspräsident in Düsseldorf, und Dr. Socin, Professor an der Universität in Basel und Vorsitzender des Gabelsbergerschen Zentralvereins der Schweiz, gab er das "Lehrbuch der Vereinfachten Deutschen Stenografie" (Schrey-Johnen-Socin) 1887 heraus.

Nach Einigungsverhandlungen kam es zu einem Zusammenschluss der beiden Stenografiesysteme Stolze und Schrey. Der Entwurf der "Vereinfachten deutschen Stenographie, Einigungssystem Stolze-Schrey" wurde am 9. August 1897 in Berlin angenommen und in einer Systemurkunde festgelegt. In den Systemen Schrey und Stolze-Schrey wurde die reine Auslautvokalisation durchgeführt. Das System Stolze-Schrey fand weite Verbreitung, besonders in Norddeutschland, und nimmt heute in der deutschsprachigen Schweiz den ersten Platz ein.


zurück an den Anfang

 

Mail an info@steno.ch